Instrumentelle Transkommunikation

Internationales Symposium
Adelma von Vay


Internationales Symposium in Ljubljana (Slowenien)
vom 03. bis - 04.Dezember 2012

über die Baronin Adelma von Vay (geb.Gräfin Wurmbrand-Stuppach).

Gott gab den Menschen die Intelligenz, damit er sich ausbilde; er gab ihm den Drang nach Wissen, damit er lerne. Dieser Drang nach Wissen ist Zeuge des Motors oder Geistes. Die Tiere mit ihrem Beweger haben diesen Drng nicht. Der Mensch aber will wissen, was er ist, woher er kommt, wohin er geht. Dieser Durst nach Wahrheit ist Zeuge seines Geistes.

Deshalb, o Mensch, folge diesem Drange, lerne, forsche, doch blicke dabei hinauf zu dem unwandelbaren Gott, der das, was du siehst, belebt und schuf, bildete. Erfasse das Ganze dreiartig; auf diese Art wirst du auf unabänderliche Gesetze und Tatsachen im Mikrokosmos kommen, nach welchen du auf den Makrokosmos schließen kannst. Herrlich, großartig, unsterblich steht dann das All vor dir.

("Geist, Kraft, Stoff", Schluss des 38. Kapitels)













In Slowenien wurde dieses Symposium bereits in der Presse bekannt gegeben, und weiters werden auch das Slowenische TV und andere Medien über dieses Symposium berichten.

Es haben sich bereits zahlreiche Personen aus aller Welt für dieses Treffen angemeldet, unter anderem wird auch Herr Rudolf Passian zwei Vorträge halten.

Dieses Treffen wird in 3 Hauptgruppen eingeteilt:
1. Tag Universität Ljubljana;
2. Tag Kloster Monastery

1. Geschichte und Wirken der Baronin Adelma von Vay
2. Philosophie und System der Zahlengesetze des grandiosen Buches "Geist-Kraft-Stoff"
3. Okkultismus und Spiritismus im 19. und 20. Jahrhundert

Information in Englisch:
http://www.teozofija.info/Adelma_Symposium.pdf

http://www.teozofija.info/Adelma_Symposium_About.pdf

Baronin Adelma Vay - Ihr Leben und Wirken

(Nach der ungarischen Darstellung von Dr. A. Grünhut, dem Nachruf des Budapester Vereins geistiger Forscher und anderen Quellen.)

Als Tochter des Grafen Wurmbrand und seiner Gattin, geborene Gräfin Teleki, erblickte Adelma Vay am 20. Oktober 1840 das Licht der Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie in Erdély und heiratete 1860 den Baron Ödon Vay, mit dem sie fortan mehr als 60 Jahre in idealer Ehe lebte. Die ersten 10 Jahre ihres Hausstands verbrachte das Paar in Tiszalök. Von verschiedenen Reisen abgesehen, lebten sie später in Gonobitz, in der damals noch zu Österreich gehörenden Südsteiermark.

Die Medialität der Baronin zeigte sich erstmals im Jahre 1865. Damals wirkten mehrere Umstände zusammen, die zu dieser Ausbildung führten. Eine Bekanntschaft mit dem Arzt und Magnetiseur Dr. Gardos brachte sie dazu, zur Befreiung von krampfartigen Schmerzen das sog. automatische oder mediale Schreiben zu versuchen.

Adelma selbst berichtet darüber in ihrem Buch "Studien über die Geisterwelt" (Seite 50 ff.) folgendes: "Im Herbst 1865 machten wir, mein Mann und ich, die Bekanntschaft des Magnetiseurs Dr. Gardos. Dieser behauptete, die Eigenschaft des geistigen Schauens auf meiner Stirn phrenologisch ausgeprägt zu sehen und riet mir zum magnetischen Schreiben. Ich wies jedoch solches mit grosser Verachtung von mir, als antikatholisch bezeichnend. Von Kindheit an hatte man mich gelehrt, allen Aberglauben zu meiden und den gesunden Verstand zu behalten; diesem Prinzip wollte ich nun nicht untreu werden.

Dr. G. liess jedoch nicht nach. Er versuchte, mich zu magnetisieren und behauptete, ich würde gleich einschlafen; doch fühlte ich nicht die geringste Veränderung dabei. Ebenso wenig Effekt hatte auf mich ein Glas magnetisierten Wassers, welches ich trank.

Nun erklärte mich Dr. G. um so mehr für stark magnetisch und blieb fest bei seiner Behauptung, dass ich ein Seh- und Schreibmedium sei. Zur Stärkung meiner Gesundheit riet er mir die Ausübung meiner medianimen Begabung. Ohne krank zu sein, war ich doch von sehr zarter Konstitution und litt öfters an krampfartigen Schmerzen.

Ich hatte den Rat des Dr. G. beinahe vergessen, als ich eines Tages, an solchen Krämpfen leidend, meinem Mann scherzweise erklärte, ich wolle nun das magnetische Schreiben als Heilungsversuch anwenden. Gesagt, getan. Ich nahm einen Bleistift zur Hand, als ich plötzlich meinen Arm wie durch elektrische Ströme bewegt fühlte. Meine Hand wurde hin- und hergerissen, und es schrieb in grossen Buchstaben: "Ich bin Thomas, dein Schutzgeist - schreibe magnetisch, es tut dir gut, du wirst ganz gesund - Heinrich - Sarg - 1867 für euch ein Trauerjahr - Napoleons Sturz 1870."

Erschöpft hielt ich inne und fing an, mit meinem Mann das Geschriebene langsam zu entziffern, da ich keine Ahnung des Wortlautes hatte. Leider traf die Prophezeiung über Heinrich, den Bruder meines Mannes, ein; er verschied 1867 nach langem Leiden. (Napoleon III. Sturz traf 1870 ebenfalls ein; d. Hrsgb.).

Meinem Manne und mir wurde es sehr unheimlich, ich fühlte mich unbehaglich; das Unbekannte und Geisterhafte war uns beiden unangenehm. Ich nahm mir vor, dieses magnetische Schreiben, wie man es damals nannte, nicht mehr zu versuchen. Wir hatten damals noch beide keine Ahnung vom Spiritismus und von der Existenz spiritistischer Bücher; wir hatten uns nie, weder mit Magnetismus noch mit Mystizismus beschäftigt. Das Wort 'Geister' hatte stets etwas Unheimliches, Grauenvolles für mich ..."

Adelma berichtet weiter, dass sie infolge ihrer katholischen Erziehung von Kindheit an für die sog. armen Seelen gebetet hatte. Nun, als sie das mediale Schreiben schliesslich doch fortsetzte, erkannte sie mehr und mehr, dass sich solche leidenden Jenseitigen meldeten und um Gebetshilfe baten.

"Sonderbar und frappant war mir dieses mechanische Schreiben ohne Selbstdenken. Es war mir, als erzähle mir da jemand Geschichten, und als höre ich zu; die Bewegung des Armes, das Schreiben, geschah dabei ganz ohne meinen Willen und Einfluss."

Adelma führte seither regelmässig Tagebuch und veröffentlichte daraus Bruchstücke in dem Buch "Studien über die Geisterwelt", welches 1874 bei Oswald Mutze in Leibzig erschien.

Zufolge eines weisen pädagogischen Systems, das ihr im Schreiben von ihren Führern beigebracht wurde, kam Baronin Vay sozusagen progressiv unter die Leitung von fortgeschritteneren Geistern. Als die Kenntnisse von Thomas erschöpft waren, wurde sie durch den Geist ihres Vaters Ernö (Ernst) geleitet, der sie in die wichtigsten Werke der spiritistischen Literatur einführen sollte. So kam sie mit den Büchern von Camillo Flammarion und Allan Kardec in Berührung und wurde mit der Reinkarnationslehre vertraut. Von besonderer Bedeutung wurde für sie die Bekanntschaft mit dem Arzt Dr. P., durch welchen sie mit der Homöopathie in Berührung kam. Bei unsicheren Diagnosen liess sich Dr. P. von Adelmas jenseitigen Helfern beraten, was selbst in kompliziertesten und teils aussichtslos scheinenden Fällen niemals zu einer Fehldiagnose führte! Hier griff der Geist von Hahnemann ein und verordnete homöopathische Arzneien in oft doppelter Stärke als damals üblich. Es würde den Rahmen dieser Lebensbeschreibung sprengen, würden hier Einzelheiten geschildert - so hochinteressant sie auch sein mögen.

Schliesslich suchten immer mehr Kranke die Hilfe Adelmas. Hahnemanns Geist tat sich nun regelmässig kund und vollbrachte mit anderen Jenseitigen durch Adelma als Medium die erstaunlichsten Heilungen. Kranken, die sich brieflich um Hilfe an sie wandten, schickte sie neben den rezeptiven Angaben oft auch magnetisierte Watte. Selbst aus Übersee gelangten Hilferufe an sie. In einem Falle, bei einer Anfrage aus Russland, schrieb sie die Antwort medial in Russisch, obwohl sie weder der russischen Schrift noch der Sprache auch nur im geringsten mächtig war.

Im weiteren Verlauf ihrer medialen Ausbildung wurde Baronin Vay und ihrem Gatten streng vegetarische Kost für die Dauer von neun Monaten vorgeschrieben, was beide von mehreren alten Leiden befreite und sie in ihrer medialen Entwicklung ausserordentlich förderte. Dies schien notwendig, um eine möglichst klare Durchgabe des heute noch nicht ganz ergründeten Werkes 'Geist, Kraft, Stoff' zu ermöglichen. Zur gemeinsamen Führung dieser bedeutenden Arbeit hatten sich Buddha, Maria und Laurentius eingestellt, die schon zuvor öfters ein Buch mit dem Zahlengesetz erwähnt hatten, welches sie über Adelma der suchenden und ringenden Menschheit geben wollten; sie gaben Adelma vorbereitende Lehren, tröpfelten neue Begriffe in ihre Seele, bis im November des Jahres 1869 das Buch "Geist, Kraft, Stoff" in 36 Tagen geschrieben werden konnte. "Adelma ahnte nicht, " schrieb H.T. Tèvölgyi szt. in der Zeitschrift "Egi vilàgossàg&qot; u.a., " wie das Werk werden würde, wie sich die Zahlengesetze gestalten sollten. Wie die meisten Mädchen ihrer Zeit hatte sie eine fromme, christliche Erziehung ohne eingehendes Studium irgend einer Wissenschaft erhalten und besass keinerlei Kenntnis der Geometrie, konnte deshalb nicht genug über das Ineinandergreifen der geometrischen Figuren staunen, die in schnellem Nacheinander mit festen Strichen - durch mechanische Bewegungen ihrer Hand - auf dem Papier entstanden, so, wie auch die Mitteilungen selbst, schnell - ohne Nachdenken - einander folgten.

"Geist, Kraft, Stoff" erschien in Lechners Hofbuchhandlung in Wien im Frühling 1870 und war rasch vergriffen. Man dachte wohl, es sei eine Polemik zu Büchners "Kraft und Stoff" und wunderte sich, dass eine Frau dies unternahm. Der Materialismus herrschte in den Gemütern, Büchner stand am Gipfelpunkt seiner Popularität und wurde allenthalben gefeiert. Wem konnte es auch einfallen, dass es keine Frau, sondern hohe Geister waren, die aus dem bescheiden aussehenden Buche sprachen?"

"Nicht geringere Männer als Favre, Leon Clavarion, Prof. Hoffmann, Graf Adolf Poninsky, J.H. Fichte und andere Gelehrte äusserten sich mit grosser Anerkennung über das Werk. Besonders Dr. Franz Hoffmann, Professor der Philosophie an der Universität Würzburg, Nachfolger und Freund des Philosophen Franz Baader, erkannte das Werk als Offenbarung an und gestand: 'Es ist unmöglich anzunehmen, dass diese grossartige Konzeption über eine Lehre des Welterschaffens im Kopfe einer Frau entstanden sein soll'."

Adelma schreibt im ersten Band "Aus meinem Leben", Seite 297 hierzu:

"Es war Prof. Hoffmann unfasslich, wie ich, damals 1870 eine noch junge Frau, binnen so kurzer Zeit dies Buch ohne Vorarbeiten, ohne nachzudenken, samt den Figuren und dem Zahlengesetz, schreiben konnte; er meinte, ich sei eine Frau von 70 Jahren, eine eifrige Studentin der Kabbala und des Plato und Eckartshausen. Als ich ihm dann schrieb, ich sei erst 30 Jahre alt und hätte noch kein philosophisches Werk gelesen, konnte er es kaum glauben."

Im Laufe der Zeit entwickelten sich bei Adelma Vay weitere mediale Eigenschaften. besonders das Schauen im Wasserglas. Sie versuchte diese Möglichkeit erst, als sie von ihren geistigen Führern hierzu veranlasst wurde. Die geschauten Bilder wurden meist auf dem Wege der medialen Niederschrift von den jenseitigen Leitern erläutert. In ihrem Buch "Visionen im Wasserglas" hat Baronin Vay ihre interessantesten Schauungen berichtet.

Neben den schon erwähnten Werken wurde Baronin Vay zur Drucklegung von Erzählungen veranlasst, die sie auf die gleiche Weise erhalten hatte: "Erzählungen der Sonnenstrahlen", "Dem Zephir abgelauscht" und andere. Hier war besonders der dänische Märchendichter Andersen beteiligt. Seine reizvollen, durch und durch spiritualistischen Erzählungen und Märchen wurden ins Ungarische und Dänische übersetzt und finden sich auch in Adelmas zweibändigem Werk "Aus meinem Leben" eingestreut.

Der Verkaufserfolg dieser Märchenbücher war ein bedeutender und der Reingewinn wurde, wie das gesamte Einkommen aus allen Schriften Adelmas, wohltätigen Zwecken zugeführt.

Weitere Werke sind noch das "Tagebuch eines kleinen Mädchens", ferner "Sphären zwischen Sonne und Erde" (gekürzt im Buch von Ing. H. Malik "Der Baumeister seiner Welt" enthalten), "Hephata", ein Gebetbuch, und zahlreiche andere.

Auf Anregung der jenseitigen Führer wurde am 21. April 1871 in Budapest der "Verein spiriter Forscher" gegründet. Titus Tèvölgyi berichtet hierüber u.a.:

"Ich kann mich nicht mehr entsinnen, durch wessen Vermittlung uns ein in jeder Beziehung entsprechender Raum zur Verfügung gestellt wurde, denn unsere Wohnungen waren entweder zu klein oder an lärmenden Strassen gelegen.

Die Fenster des geräumigen Zimmers gingen teils auf den Hof, teils auf den Garten. Die Wände waren mit Heiligenbildern behängt, was von der Frömmigkeit des reichen katholischen Hausherrn zeugte. Alles war von peinlichster Sauberkeit. Der Hausherr und die Hausfrau selber erregten unser aller Bewunderung - es schienen ehrfurchtgebietende Patriarchen, biblische Gestalten in ihnen entstanden zu sein. Aufs herzlichste empfingen sie uns, die Fremden - erfüllt von der Vorahnung der himmlischen Gnade, welche ihrem Hause zuteil werden sollte.

Endlich kamen Vay's. Aller Blicke hingen an ihnen ... ihre Augen blieben auf dem ehrwürdigen alten Paar (Hausherr/-frau; Anm.d. Erf.) haften, das sie gerührt und glücklich empfing.

Die vornehmen Gäste (Vay's; Anm.d. Erf.) waren freundlich und herzlich zu jedermann. Der kleine Saal war voll. Nach einem Gebet fing Adelma zu schreiben an: sie hielt den Bleistift mit zwei Fingern, und mit wunderbarer Schnelligkeit wurde ein Blatt nach dem andern sichtbar automatisch beschrieben. Lautlose, andächtige Stille herrschte; man konnte das Knistern des Papiers hören.

Während des Schreibens liess Adelma die Blicke öfters über die sie umgebende Versammlung schweifen, ohne dass ihre Hand deshalb innehielt. Es wäre höchst interessant gewesen, durch ein Sehmedium die Anwesenheit der hohen Geister feststellen zu können, die zweifelsohne unserer Versammlung beiwohnten und deren Anwesenheit die andächtige Harmonie in der allgemeinen Stimmung schuf, die notwendig war, um die erhabenen Manifestationen gewinnen zu können, welche uns die Grundgesetze für unseren zu bildenden Verein gaben. Endlich entfiel der Bleistift Adelmas Hand und sie las uns folgendes vor:

(Grundgesetze des Vereins spiriter Forscher, Budapest, 21. April 1871, durch A. Vay; Anm.d. Erf.)

"Der Verein hat geistige Leiter. Diese sind: Jesus, Maria, Buddha. Mit dem Schutze Jesu leiten Maria und Buddha den Verein. Durch Adelmas Mediumität ist Ödön der irdische Leiter, dessen Stellvertreter Adolf ist, der unseren Willen dem Verein mitteilt. Da wir euch durch Adelmas und Ödöns Leitung Schutz und Schirm versprachen, ist es unsere Pflicht, euer geistiges Wohl zu fördern.

In allem wird stets Jesus unser Vorbild sein. Er, der auf Erden arm, verlassen und verachtet war und dessen Reich nicht von dieser Welt ist. Er musste arbeiten, um sein Brot zu verdienen, denn obgleich Gottes Sohn, war er Zimmermann auf Erden. Und obgleich er stundenlang in Verzückung betete, sah man ihn auch arbeiten. - Er liebte alle und verstiess keinen - auch den Sünder nicht, er warnte ihn bloss; den Verstockten überliess er Gott und seinem Gesetz. Er predigte die Nächstenliebe, zugleich achtete er die irdischen Gesetze, den Kaiser. Er riet dem Reichen, dem Armen zu helfen, zwang ihn jedoch nicht dazu, und pries den glücklich, der ihm folgen wollte.

Ihr seht, dass Christus das Gesetz und die Ordnung ehrte; er war kein Umstürzler und frei von Leidenschaft. Er befahl seinen Jüngern, arm zu bleiben, weil er die Gefahren des Reichtums für die Menschen kannte. Er warnte sie davor, materiellen Lohn für geistige Gaben zu empfangen; er machte sie darauf aufmerksam, dass sie für ihren Unterhalt arbeiten sollten und für ihre Heilungen und Lehren kein Geld nehmen durften. All dies sagen wir auch euch. Seid zufrieden in dem Beruf, den Gott euch gegeben; schämt euch nicht der Armut und der Verachtung der Welt; arbeitet für euer Brot, doch nehmet kein Geld für geistige Dienste, für gute Lehren an. Geist für Geist! - sei euer Wahlspruch. Wir geben euch geistige Gaben. Ihr gebt sie geistig weiter und empfanget geistigen Lohn.

Hohe Geister werden euch nie Ratschläge geben in Bezug auf Geldgewinn oder irgendwelchen materiellen Vorteil. Wir wollen euch geistige Gaben mitteilen, so viele ihr nehmen könnt und euch verdient.

Wir sagen dem Armen: sei zufrieden und arbeite; vertraue auf Gott, der keinen vergisst und sich auch deiner erinnern wird. Und zum Reichen sagen wir: Hilf ! Hilf den Armen. Tue Gutes so viel du kannst. Dem Bösen sagen wir: Bekehre dich, erkenne und bereue deine Schuld. Dem Guten: werde noch besser. Zum Kranken sprechen wir: Du wirst gesunden, so du an die Kraft Gottes und des Sohnes glaubst. Wir setzen noch hinzu: Alles Pharisäertum, alle Heuchelei, alle Geheimnistuerei und Dogmatik sei aus unserem Kreise ausgeschlossen. Seid offen, treuherzig und heiter vor Gott und den Menschen.

Oft verfallen die spiritistischen Vereine in Dogmatik, Scheinheiligkeit und Schwärmerei; das sind böse Einflüsse, welche dem Geiste schaden. Betrachtet die Geisterlehre als ernstes, tiefes Studium, sowie auch die Mediumität in all ihren Erscheinungen Gegenstand des Studiums sein soll. Der Spiritismus sei keine schwärmerische Religion; ihr habt eure Religion durch Christus.

Der Christ, der Jude, der Heide sollen eines Glaubens sein. Glaubet erstens an Gott, den Schöpfer des Geistes und des Alls; zweitens glaubet an Christus, als einen der Erstlinge oder Sohn Gottes, als Erlöser; drittens an die Inspiration des Geistes, an die Möglichkeit des Geistesverkehrs. Dies ist die Basis des wahren Glaubens. Es gibt aber noch andere Verzweigungen, die beachtenswert sind. Solche sind:

Erstens: alle Geisteroffenbarungen. Zweitens: das Studium über das Leben, Leiden, die Freuden und Verhältnisse des Geistes im All. Drittens: der Magnetismus und die Elektrizität. Viertens: das Studium der Krankheiten und zwar besonders der Krämpfe, des Wahnsinns und der Besessenheit. Fünftens: die Erforschung der verschiedenen Arten von Mediumität und des Somnambulismus.

Dies sind weite Felder für das geistige Forschen. Seid wahre Christen, glaubet an Gott, an Christus und an die Geister, und prüfet und forschet in der Geisterlehre, nur so werdet ihr auf keinen Irrwegen gehen.

Ein jeder, der geistig vorwärtskommen will, beginne bei sich: Selbstveredelung und Verbesserung, das Ausrotten aller Selbstsucht sei eure Aufgabe - denn ohne dieses werdet ihr nichts Gutes leisten. Ihr müsst alle von diesen Grundsätzen durchdrungen sein; denn die Schar, die wir leiten wollen, muss stark im Glauben und im guten Willen sein. Unser Grundsatz ist, das Forschen bei Eins (Gott) zu beginnen, was die Basis des Daseins der Geister bildet. Das Erkennen des Eins lässt alle anderen Zahlen, wie alle Erscheinungen der Geisterwelt begreifen.

Solche Menschen und Medien, die auf Effekthascherei ausgehen, neigen zum Pantheismus und sind nicht reinen Glaubens, sondern meistens Zweifler und werden infolgedessen viel schwerer die Ungläubigen überzeugen als solche Medien, die stark in der hohen Geisterlehre sind.

Ein jeder wirke und arbeite da, wo Gott ihn hingestellt hat. Ein jeder arbeite, denke und strebe vorwärts zu kommen. Wir fordern zwar Vertrauen, wollen aber auch, dass ihr selbst nachdenkt und betrachtet. Wir raten euch, uns zu folgen, aber zwingen keinen dazu. Wir raten nochmals jedem einzelnen, sich genau zu prüfen, ob er uns folgen will. Wir verübeln es keinem, wenn er aus dem Kreise tritt, dessen Leiter wir sein wollen - es stehen ja Tausende ausserhalb. Unser Ziel ist es, Harmonie unter euch zu schaffen.

Kehret in euch und prüfet eure Herzen! Amen."

Wie die geistigen Leiter aus dem Schlusswort zu "Geist, Kraft, Stoff" erkennen lassen, war Adelma von Kindheit an auf die grosse Aufgabe vorbereitet worden und es lässt sich denken, dass sie dieselbe nicht allein zu bewältigen vermochte. Neben ihrem Ehemann und Dual-Partner Ödön war es besonders dessen Mutter, ein ausgezeichnetes Medium, unter deren Mitwirkung das grosse Gemeinschaftswerk zustandekommen konnte. Über sie schreibt Adelma im ersten Band "Aus meinem Leben" unter anderem:

"Wir besitzen einen Schatz von Kundgebungen von Catharina Vay-Geymüller, meines Mannes Mutter. Sie war mir eine geistige Mutter. Mit ihr arbeiteten wir 20 Jahre hindurch. Sie eiferte mich an zur medianimen Arbeit; ihr hoher Verstand, ihr reines Herz, waren mir ein leuchtendes Beispiel, eine mächtige Stütze."

Adelma nahm keineswegs alles unbesehen und kritiklos hin, was ihr aus dem Jenseits gesagt wurde. Im 2. Band "Aus meinem Leben", Seite 883 heisst es hierzu: " ... oft kommen mir Zweifel über erhaltene Kundgebungen der Geister. Ich glaube nie blindlings, ohne meine Leiter zu fragen." Als Beispiel führt sie an, wie sie einen hinübergegangenen Bekannten nach dem Vornamen fragte, der ihr unbekannt war; sie erhielt bald danach seine Todesanzeige und es stimmte. -

In ihren Schauungen wurde ihr viel Zukünftiges gezeigt. So sah sie beispielsweise das Auto schon viele Jahre vor seiner Erfindung! - Dass Waffen erfunden würden, mit denen man ganze Länder im Nu niederstrecken kann (nukleare Bomben), wurde Adelma ebenfalls vorausgesagt und vieles andere mehr. Es ist schwierig, aus ihrem reichen Leben und Wirken das Wesentlichste zu skizzieren; notgedrungen muss dieser Lebensabriss (Lebenslauf; Anm.d. Erf.) sehr unvollkommen bleiben.

Im Vorwort zur 5. Auflage dieses Buches ("Geist, Kraft, Stoff"; Anm.d. Erf.) heisst es zur Persönlichkeit des Mediums:

"Wer Baronin Adelma Vay nach ihren Schriften allein beurteilt, könnte der Meinung sein, dass sie eine träumerische, stets andächtige, von der Welt zurückgezogene Asketin war. Nichts davon war der Fall; vielmehr lag ihr eine solche Einseitigkeit vollkommen fern. Sie war in Gesellschaft gerne gesehen, liebte Musik und Gesang. Immer war sie gut gelaunt, konnte über einen geistreichen Witz herzlich lachen und war auch selbst von Humor erfüllt. Daneben war sie eine vorbildliche Hausfrau, eine zärtliche Gattin und sorgte für ihre jeweiligen Gäste mit der in Ungarn sprichwörtlichen Gastfreundschaft. Sie reiste auch gerne, um neue Eindrücke zu sammeln, und liebte die Natur, doch über alles - die Menschen! Ihnen war sie jederzeit eine Helferin in allen ihren Nöten."

Dennoch blieb Adelma von grossen persönlichen Schwierigkeiten keineswegs verschont, allein wegen ihrer spirituellen Einstellung. Das geht auch heute noch Jedem so, der für erkannte Wahrheit eintritt und damit zwangsläufig in Widerspruch zu sämtlichen Mächten dieser Welt gerät. Und obwohl von etwa 1850 ab bis zum 1. Weltkrieg, und danach noch in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts, eine gewaltige Woge geistiger Offenbarungen das christliche Abendland erfasste und bis in die höchsten Kreise drang, scheint es den gegensätzlichen Kräften durch eben diese Kriege und die seitdem immer stärker geförderte Stoffsucht (Materialismus, Ichbezogenheit, Machtgier) gelungen zu sein, die so mühsam ausgestreute und dann so hoffnungsfroh aufkeimende geistige Saat nahezu restlos zu ersticken. Allein "die Wenigen, die was davon erkannt" (Goethe/Faust) sollten sich nicht täuschen lassen: belebender denn je wird das geistige Licht alles Dunkle durchdringen, so bald der Gegensatz abgewirtschaftet haben wird; und das scheint nicht mehr ferne zu sein. So, wie jeder Nacht ein neuer Tag, jedem Winter ein Frühling folgt, sind auch dem Wirken lebensfeindlicher Kräfte auf unserer Welt Grenzen gesetzt. Wahrheit, wie sie in diesem Buch ("Geist, Kraft, Stoff": Anm.d.Erfassers) enthalten ist, kann und wird nie untergehen; sie mag vorübergehend in Vergessenheit geraten oder verdunkelt werden - letzten Endes aber tritt sie in ursprünglicher Reinheit und Klarheit wieder hervor, denn "das Licht hat unbegrenzte Macht über die Finsternis" (Spalding).

Quelle:
© "Wegbegleiter",
Erfasser: Thomas Frey


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